About me…

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Das bin ich, Katja.

Die 50 hab ich bereits überschritten, aber das Älterwerden nehm ich mit Humor, verhindern kann man’s ja eh nicht… 😉

Mit Sport hatte ich nie viel am Hut. Eigentlich ist das sogar noch freundlich ausgedrückt… in meiner Kindheit hab ich weitgehend versucht alles zu vermeiden, was irgendwie anstrengend ist und als ich dann erwachsen war und selbst entscheiden konnte was ich so mache, hab ich Sport komplett von meiner Agenda gestrichen (abgesehen von gelegentlichen Wanderungen auf die Münchner Hausberge oder ein bisschen Radfahren).

Das Leben hat mir aber auch 3 Kinder beschert. Sie sind das Beste und Tollste, was ich in meinem Leben jemals zustande gebracht habe und ich bin unglaublich stolz auf sie. Inzwischen sind sie natürlich längst erwachsen und machen ihr eigenes Ding. Aber als sie noch kleiner waren hatte ich dann doch immer wieder ein schlechtes Gewissen, weil ich den Kindern ja irgendwie auch ein gutes Vorbild sein wollte. Und sich kaum zu bewegen und gleichzeitig auch noch zu rauchen fand ich dann auch nicht so toll. Deshalb dachte ich mir irgendwann, ich sollte es doch mal mit ein wenig Sport versuchen und da Mannschaftssportarten noch nie mein Ding waren und generell alles was mit Bällen oder Kugeln zu tun hat mangels Ballgefühl und Talent im räumlichen Sehen eh nicht infrage kam, hab ich mir eben ein Paar Laufschuhe zugelegt und einfach mal angefangen. Wirklich so mit 1 Minute laufen, 1 Minute gehen… 30 Minuten lang. Jeden Morgen um 5, damit ich fertig geduscht war, bevor ich die Kinder wecken musste. Das muss ungefähr vor 15 Jahren gewesen sein. Ein halbes Jahr nach meinen Anfängen lief ich meinen ersten Halbmarathon. Dort hab ich dann gleich die Quittung dafür bekommen, dass ich meine Umfänge zu schnell gesteigert hatte bei bei einem Körper, der vor Dysbalancen  nur so strotzt. Ich konnte die letzten Kilometer wegen starker Schmerzen im Knie nur im Wechsel mit Gehen hinter mich bringen. Meine erneuten Laufversuche nach einer Regenerationspause haben sofort wieder zu Knieschmerzen geführt. Schließlich hab ich mir gesagt, dass ich für’s Laufen halt einfach nicht geeignet bin und es direkt wieder ad acta gelegt. Und da ja auch kein anderer Sport für mich infrage kam und schon gar nicht der etwaige Besuch eines Fitness-Studios war’s das erstmal wieder mit meinen sportlichen Ambitionen für die nächsten Jahre.

Vor 10 Jahren hab ich es dann endlich mal geschafft, mit dem Rauchen aufzuhören. War grundsätzlich natürlich klasse, aber ich hab dann auch innerhalb von 3 Monaten mal eben 12 kg zugelegt und es war irgendwie kein Ende absehbar. Das ging nun für mich gar nicht. Ich hatte eigentlich vorher immer das Glück, automatisch schlank zu sein ohne im Geringsten auf meine Ernährung zu achten. Eher im Gegenteil… ich habe eine angeborene Schwäche für alles was kalorienreich und ungesund ist… allem voran Schokolade (nicht wenigstens die dunkle, die ja sogar gesund wäre, nein, am meisten hat es mir alles was in Richtung Nuss-Nougat geht angetan :-/ ) und Chips, Soßen mit schön Sahne drin oder gar komplett aus Schmand bestehend und alles was irgendwie mit Käse überbacken ist… Die tägliche Tafel Schokolade zum Nachmittagskaffee war obligatorisch, dann natürlich nochmal mindestens eine halbe abends vorm Fernseher…

Nun kam aber zusammen, dass mein Körper nicht mehr so viel Energie zum Entgiften aufbringen musste und ich zudem eine Ersatzbefriedigung brauchte. Außerdem hatte ich die 40 überschritten, da geht’s ja dann auch los, dass der Stoffwechsel sowieso langsamer wird….

Langer Rede kurzer Sinn: Ich hab mich so nicht mehr wohl gefühlt und musste dringend was tun. Ich hab wieder ein wenig angefangen zu laufen und noch mehr hab ich mich mit dem Thema Ernährung beschäftigt. Dabei bin ich zufällig auf dieses Buch gestoßen (das es inzwischen auch in einer Frauenversion gibt) und hab es förmlich gefressen. Fortan standen Krafttraining und Ernährung im Focus, das Laufen geriet dabei wieder ins Hintertreffen, aber der Plan hat funktioniert und ich hab mich wieder einigermaßen an mein früheres Gewicht angenähert, bzw.  ein bisschen mehr Gewicht ist schon verblieben, dafür war mein Körper aber besser in Form.

Irgendwann bekam ich wieder Lust mehr zu laufen, habe aber dann festgestellt, dass ich mich zu regelmäßigem Training nur aufraffen kann, wenn ich für einen „Wettkampf“ angemeldet bin, denn von Haus aus bin ich leider ausgesprochen faul. Dieses Gefühl, dass ich unbedingt Sport machen will, das geht mir leider völlig ab. Auch wenn ich wochenlang nur auf dem Sofa liege, hab ich überhaupt nicht das Gefühl, dass mir was fehlt, ich hab einfach nur ein schlechtes Gewissen. Dieses „Juhu, ich laufe und das ist soooo toll“-Gefühl, stellt sich bei mir immer erst ein, nachdem ich losgelaufen bin, aber dazu muss ich eben jedes Mal auf’s Neue meinen inneren Schweinehund überwinden. Weil ich aber dieses Glücksgefühl, das sich während dem Laufen einstellt so sehr mag (und auch diese wohlige Behaglichkeit, wenn man nach einem langen Lauf dann bei Kaffee und Kuchen sitzt…), raffe ich mich dann in der Regel doch immer irgendwie auf, aber oft ist es wirklich erstmal ein Kampf…

Um mich also zum Training zu motivieren, hab ich mich wieder zum Halbmarathon beim Münchner Stadtlauf angemeldet und mich fortan an einen Trainingsplan gehalten, den ich mir ausgeguckt hatte. Mein Training fand damals auf den Schotterwegen im Perlacher Forst statt,  an einer Stelle aber nahm ich immer eine Abkürzung über einen wurzeligen Waldweg, um möglichst genau auf die im Trainingsplan vorgegebene Streckenlänge zu kommen. Mir ist dabei gleich aufgefallen, dass ich immer, wenn ich über diesen Trampelpfad gelaufen und über die Wurzeln gesprungen bin, bis zu den Ohren gegrinst habe. Trotzdem ist man wohl manchmal irgendwie betriebsblind und ich bin einfach nicht auf die Idee gekommen, mir mehr solcher Wege zum Laufen zu suchen. Eines Tages aber bin ich beim Lesen einer Laufzeitschrift erstmals auf einen Artikel über Trailrunning gestoßen, das hat in mir sofort den Aha!-Effekt ausgelöst. Ich war total erstaunt, dass das was bei mir immer dieses Dauergrinsen auslöst, tatsächlich einen Namen hat… TRAILRUNNING!!!… und dass es offensichtlich Leute gibt, die nur auf solchen Trails laufen!!! Ich war hin und weg. Warum war ich da bloß nicht längst schon selbst drauf gekommen? Das kann ich mir bis heute nicht erklären. Aber egal, ich war sofort Feuer und Flamme. Das musste ich ausprobieren! Allerdings stand in dem Artikel auch, dass Trailrunner gerne in alpinem Gelände laufen und sogar auf Berge hinauf! Puh, das hat mich einerseits schwer beeindruckt und andererseits hat es auch größte Besorgnis bei mir ausgelöst, hab ich doch immer allein bei der Vorstellung auch nur leicht bergauf laufen zu müssen, bereits prophylaktisch hyperventiliert. Trotzdem… mein Entschluss stand sofort fest: Das wollte ich machen, unbedingt! Allerdings wollte ich auch nicht blindlings mal so in den Bergen drauflos laufen. Deshalb hab ich ein wenig gegoogelt und bin sofort auf ein Trailcamp für Anfänger bei Trailschnittchen Julia Böttger gestoßen. Ruckzuck war ich angemeldet. Das Camp war super! Es hat einfach riesen Spaß gemacht, ich hab dort viel gelernt und vor allem hab ich dort die Angst vorm Bergauflaufen verloren. Ich laufe sozusagen im niedrigsten Gang (fahrradsprachtechnisch gesehen) mit ganz kleinen Tippelschrittchen und wenn das auch nicht mehr drin ist, dann wird eben möglichst zügig gewandert. Alles kein Hexenwerk…

Das war im Mai 2012, seither gehört Trailrunning zu meinem Leben. Es ist zu meiner Leidenschaft geworden, auch wenn ich weiß, dass ich es dabei nie so weit bringen werde, wie das bei anderen der Fall ist.

Meine Kniebeschwerden sind inzwischen so gut wie nicht mehr vorhanden. Dafür sorgt meine unzulängliche Anatomie immer wieder für neue Baustellen, die mich ärgern, seit einem Jahr etwa ist es nun die Achillessehne. Oft genug hat es mich zur Verzweiflung getrieben, dass ich immer wieder wegen irgendwelcher Schmerzen/Verletzungen pausieren muss und dadurch wieder so weit in meinem Training zurückgeworfen werde.

Trotzdem bleibe ich dabei, ich tue es eben nach meinen Möglichkeiten, bemühe mich, nicht mehr mit dem Schicksal zu hadern. Mein bisher weitester Lauf war 2015 der Zugspitz Supertrail XL. Wegen Dauerregens und Schnee auf den Gipfeln wurde die Strecke von 80 auf gute 70 km verkürzt, für mich war’s trotzdem weiter als je zuvor. Auch wenn ich bei den „Wettkämpfen“ immer ganz weit hinten bin,  ist das ok für mich, mir geht’s nicht um Zeiten oder Platzierungen, das ist mir völlig wuppe. Wichtig ist mir hingegen, die Strecke und den Lauf trotz aller Anstrengung genießen zu können, mich mit mir selbst auseinander zu setzen, meine Grenzen auszuloten bzw. das, was ich bis dahin für meine Grenze gehalten hatte, noch zu überschreiten. Dieses Alleinsein mit mir, mal Gedanken nachzuhängen, bei technisch anspruchsvollen Abschnitten ganz ohne zu denken ausschließlich auf die Strecke konzentriert zu sein, eins zu sein mit dem Trail und mit der Natur die mich umgibt. Das Überwinden der Tiefs, die sich während eines Ultras unweigerlich irgendwann auftun, das zeigt mir immer wieder, wie stark ich doch eigentlich bin. Und das wiederum gibt mir nachhaltig so viel Kraft, auch für mein Leben außerhalb der Trails.

In diesem Blog möchte ich über meine Erlebnisse beim Laufen berichten, über meine Hochs und Tiefs, Fort-und Rückschritte, Erfolge und Misserfolge. Sicherlich wird auch das ein oder andere Rezept hier landen, Gesundes und nicht so Gesundes, was ich eben so koche oder backe. Und Sprüche, die mich motivieren oder mir Kraft geben. Und was mir sonst noch so einfällt. Ich hab einfach zu viele Hobbies…

Aber egal, dieser Blog soll ja vor allem für mich selbst sein, zur Erinnerung an Erlebtes, im Positiven wie im Negativen und zur Motivation. Für meine Kinder und liebe Freunde und Bekannte, damit sie ein bisschen nachverfolgen können, was ich so tue und auch damit sie sich das ein oder andere Rezept hier rausfischen können, das sie schon lange mal haben wollten.

Außerdem würde ich mich natürlich sehr freuen, wenn ich damit andere motivieren könnte, es einfach mal zu versuchen. Es gibt einem so viel Kraft und man kann solch unglaubliche Freude am Trailrunning haben, auch wenn man nicht der perfekte Sportler ist. Auch wenn man mit körperlichen oder mentalen Unzulänglichkeiten und Schwächen zu kämpfen hat. Auch wenn man es nicht schafft, so regelmäßig und effektiv zu trainieren, weil man blöde Arbeitszeiten hat oder weil man noch andere Verpflichtungen hat oder weil der Schweinehund schon wieder gewonnen hat oder oder oder…

A bissl was geht immer 😉

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Das bin ich mit meiner Frau Simone. Zusammen rocken wir die Trails auf der Schwäbischen Alb und überall wo das Leben uns hinführt.