Fuerteventura Teil 3

Hach, heute hat’s nun doch endlich mal geklappt mit dem Morgenlauf. Erstmal nur ne halbe Stunde, meine Wade fand das anscheinend ok. Das erste Stück konnte ich mit Simone zusammen laufen und wir haben sogar den Sonnenaufgang über dem Meer gesehen. Was für ein wunderbarer Start in den Tag! 

Heute wollten wir dann mal nach Betancuria fahren. Dort gibt’s ein wenig mehr Grün und mehrere kürzere Wandermöglichkeiten. Bei der heutigen Hitze wäre Laufen eh nicht so ideal gewesen und so wollten wir es heute ganz gemütlich angehen. 

Auf dem Weg dorthin machten wir erst kurz Halt an einem sehr schönen Aussichtspunkt, von dem aus man auch nochmal die Sandwüste am Übergang zur Halbinsel Jandia sehen konnte. 

Anschließend entschieden wir uns für einen Abstecher nach Ajuy, dort gibt es einen kleinen schwarzen Strand mit mordsmäßigen Wellen. Und vor allem gibt’s dort eine Steilküste mit vielen ausgewaschenen Höhlen und vorgelagerten Felsen. Es ist ein wunderbares und sehr beeindruckendes Schauspiel, dort dem Meer dabei zuzusehen, wie es Strudel und Walzen bildet, schäumt, spritzt und tost.

Unglaublich, dass es hier solche Naturschätze zu sehen gibt, ohne dass man Parkgebühr oder Eintritt zahlen muss und ohne dass es touristisch überlaufen ist. Die meisten Touristen auf Fuerteventura scheinen sich wohl nur im Dunstkreis ihrer Hotels zwischen Pool, Hotelstrand und Speisesaal aufzuhalten… Kaum zu glauben, aber uns soll’s recht sein. 😉

Aus unserer Weiterfahrt nach Betancuria wurde dann allerdings nix. Auf dem Rückweg von der Steilküste überfiel mich schon wieder ein heftiger Migräneanfall und ich konnte mich gerade noch so zum Auto schleppen. Drin war eine Bullenhitze, ich glaube heute hatten wir 32 Grad. Fahren hätte ich nicht ausgehalten, in einem Restaurant zu sitzen war auch nicht vorstellbar. Aber ich musste unbedingt aus dem Wind. Eine Tablette hatte ich diesmal sofort genommen, trotzdem ließ die Wirkung auf sich warten. Meine arme Simone, der ich schon wieder den Tag zerschossen habe, hat sich wie immer rührend um mich gekümmert ❤ , mir zur Ruhe verholfen und mir dann sogar in einem Restaurant einen Beutel mit Eiswürfeln besorgt. Nach einer knappen Stunde war der Spuk vorbei und es gab noch ein schönes kaltes alkoholfreies Bier zur Erfrischung vor der Weiterfahrt. Nur war jetzt die Zeit schon zu knapp für Betancuria, deshalb beschlossen wir, gemütlich zurück zu fahren – mit dem ein oder anderen Fotostop – und uns dann im Hotel noch Kaffee und Kuchen zu gönnen. 

Auch auf dem Rückweg boten sich uns nochmal atemberaubende Landschaften. Was für ein Glück wir doch haben, dies alles erleben zu dürfen!

So war auch dies wieder ein wunderbarer und erlebnisreicher Tag, wenn er auch anders verlaufen ist als ursprünglich geplant. 

Fuerteventura Teil 2

Ja doch, ich berichte noch ein wenig. Wie heißt es so schön? „Wenn man was erlebt, dann kann man was erzählen.“… oder so ähnlich. 😉

Um es gleich mal vorwegzunehmen: Nein, gestern früh war ich dann doch nicht laufen. Hatte ich schon erwähnt, dass ich als Dreingabe zu den ganzen Befindlichkeiten der letzten Zeit seit gut 2 Wochen auch noch mehr oder weniger regelmäßig von Migräneattacken der ganz fiesen Art heimgesucht werde? Na ja, jedenfalls wurde ich gestern früh um halb sechs von so einem Oschi geweckt und trotz umgehender Tabletteneinnahme und dekorativer Platzierung eines eisgekühlten Coolpacks an strategisch günstiger Stelle war es dann schon zu spät für einen Morgenlauf, als es mir endlich wieder gut ging. 

Nach dem wie immer köstlichen Frühstück sind wir dann dafür zu einer herrlichen Wanderung gestartet, die dem 3-Küsten-Rundweg ganz am unteren Ende der Halbinsel Jandia folgte mit einem kleinen Abstecher nach Los Salvajes. Da wir eh die Trinkrucksäcke mitnehmen mussten um ausreichend Wasser dabei zu haben, konnten wir es uns dann natürlich doch nicht verkneifen, das ein oder andere Stück zu laufen. Diese Landschaft… so unbeschreiblich schön, da kann man einfach nicht anders! Meine Wade hat’s ausgehalten und es hat soooo gut getan. 

Bis mich dann etwa auf halber Strecke innerhalb weniger Minuten wieder ein Migräneanfall mit aller Macht total lahmlegte. Ich konnte nur noch dullig vor mich hin stolpern und hab vom Rest der Strecke leider nicht mehr allzuviel mitbekommen. Eine Tablette hatte ich zwar dabei, aber zum einen hatte ich Zweifel ob sie überhaupt wirken würde, da die Schmerzen bereits so heftig waren. Zum anderen hatte ich ja in der Früh bereits eine genommen und wusste nicht, was der weitere Tag noch bringen würde. Außerdem hab ich langsam Sorge, dass mein Vorrat nicht reichen könnte, bis wir wieder zu Hause sind. Na ja, und weil stehen bleiben in der prallen Sonne bei gut 30 Grad ohne jeglichen Schatten auch gar nicht vorstellbar gewesen wäre, kam also nur langsam weitergehen in Frage. Ich schätze mal, ich muss ziemliche Ähnlichkeit mit einem Zombie gehabt haben.

Aber siehe da, kurz vor Ankunft am Start- und Zielort waren die Schmerzen fast verschwunden, so dass wir noch kurz einkehren und uns eine kalte Limo und ein Käffchen gönnen konnten. 

Danach ging’s mir sogar wieder so gut, dass wir noch zum Strand von Cofete  gefahren sind zu einem langen und wunderschönen Spaziergang. Dieser Strand ist etwas ganz Besonderes, einer der schönsten Strände, die ich je gesehen habe. Für mich bricht er sämtliche Superlative. Ewig lang, sehr sehr breit, große brechende Wellen, fast menschenleer. Von Bergen begtenzt und mit Blick auf eine Sandwüste! Keinerlei Hotels, Restaurants oder sonstiges touristisches Gedöns. Einfach perfekt und traumschön. 

Am späten Nachmittag ging’s dann über abenteuerliche, unbefestigte kurvige Sträßchen wieder zurück zum Hotel, wo wir gerade noch rechtzeitig zum Abendessen eingetroffen sind.