Kein Jahresrückblick

Echt, wer soll denn diese ganzen Jahresrückblicke alle lesen???

Ne, einen Jahresrückblick mag ich nicht schreiben. Zum einen gäbe es da nicht so wahnsinnig viel Spannendes worauf man zurückblicken könnte und außerdem ist das doch eh alles bereits jetzt wieder ein alter Hut.

Nach vorne ist mein Blick gerichtet, ins neue Jahr, die einzige Blickrichtung die mir sinnvoll erscheint.

So berichte ich heute nur kurz über meinen „Jahresabschlusslauf“. Auch dieser war keinesfalls irgendwie spektakulär. Es war ein sehr ruhiger, ganz gemütlicher Lauf auf der Trimmpfadrunde, meiner derzeitigen Lieblingslaufstrecke. Auch letztes Wochenende führte mich mein langer Lauf hier entlang, aber da hatte es mir an Zeit und Lust gefehlt darüber zu berichten.

Heute hab ich noch eine für mich neue Schlaufe in die Strecke integriert, von der Simone mir schon berichtet hatte. Dadurch war heute also auch noch was Spannendes für mich dabei. Außerdem hatte ich ja heute soooo tolles Wetter! Ja, diese Temperaturen wie wir sie derzeit haben, so zwischen +5 und -5 Grad, sind für mich optimal zum Laufen, dazu gab es viel Sonne, blauen Himmel und glitzernden Raureif. Überhaupt, dieser Winter bisher… Ich habe noch keine einzige Schneeflocke gesehen. Und ich muss sagen, das darf von mir aus gerne so bleiben, ich brauch den Schnee nicht. Das ein oder andere Flöckchen zu Weihnachten wäre ganz nett und stimmungsvoll gewesen, aber jetzt brauch ich das nu wirklich nicht mehr. Wunderbarstens heute also.

Ja, irgendwie hab ich daran momentan großen Gefallen gefunden, einfach nur sehr langsam mit meiner ebenfalls langsamen Musik im Ohr vor mich hin zu traben. Mehr brauch ich grad nicht, das tut mir gut, die 20 km Runde hat knapp 300 Höhenmeter, ist also nur ein bisschen profiliert und hat von allem was dabei: Schotter-, Wald- und Wiesenwege, Trails und ein bisschen Asphalt, aber das hält sich in Grenzen. Am Anfang geht es immer am Neckar entlang, dann hinauf auf die Höhe, von wo aus man eine wunderschöne Sicht auf die Alb hat und einfach die Weite genießen kann.

Ich mag es, wenn ich mir Zeit lassen kann, manchmal ist es fast wie eine Art Meditation, ich bin irgendwie ganz tief in mir versunken, den Weg scheine ich wie im Schlaf zu finden und plötzlich denke ich erstaunt: „Ach, hier bin ich schon…?!“

Und manchmal hab ich sehr viel Aufmerksamkeit übrig für die kleinen Dinge, die es auf meinem Weg zu sehen gibt, die am einen Tag völlig unspektakulär sind, an einem anderen Tag bei anderem Wetter und anderem Licht plötzlich mein Auge und meine Seele erfreuen.

Heute war so ein Tag, der von allem was hatte. Heute hab ich mir doch immer wieder erlaubt kurz stehen zu bleiben und ein paar Fotos zu machen, auch wenn ich mir ja eigentlich gerade das Durchlaufen anerziehen möchte. Aber es war einfach so schön heute, da konnte ich nicht anders.

Das erste erwähnenswerte Motiv ist allerdings nur in meinem Kopf abgespeichert, da konnte ich kein Foto machen. Es war eine Dame auf der Wiese neben dem Fußweg am Neckar, die eine Art… na ja, ich nenne es jetzt mal Schwertmeditation gemacht hat. Keine Ahnung, wie sowas heißt. Ganz langsame, fließende Bewegungen gingen ineinander über, dabei hatte sie ein großes Holzschwert, mal in der Hand gehalten, mal auf den Armen balanciert. Schon das Zusehen hatte etwas sehr Beruhigendes. Das hat mich beeindruckt und ich hätte es gerne im Bild festgehalten, aber ohne zu fragen tu ich das nicht und stören konnte und wollte ich die Dame ja nun auch nicht. Aber auf jeden Fall fand ich das sehr interessant, schon allein weil ich es unglaublich mutig finde, wenn sich jemand einfach mal eben auf die Wiese stellt und sowas macht. Würd ich mich ja nie trauen, mir ist es ja meistens schon unangenehm, wenn mich jemand beim Laufen sieht.

Gut, Entspannungsübungen sind bei mir meistens auch nicht so unbedingt notwendig. Ein klein wenig (viel zu selten und auch sehr unregelmäßig) versuche ich mich gerade am Yoga, recht dilettantisch bisher natürlich noch, aber das tu ich mehr zur Verbesserung meiner allgemeinen Dehnbarkeit (da hab ich leider sehr große Defizite) denn zur Entspannung.

Im Allgemeinen bin ich ja ausgesprochen ausgeglichen und ruhig und habe daher auch nie das Gefühl mich mal auspowern zu müssen oder sowas in der Richtung, deshalb taugt mir auch dieses ruhige gemütliche unangestrengte Laufen unglaublich gut. Ich mag es, wenn ich dann nach Hause komme und nicht das Gefühl habe, total k.o. zu sein. Eher ist es so, dass ich vom Gefühl her noch locker eine Weile weiterlaufen könnte. So werde ich das auch im neuen Jahr jetzt erstmal weitermachen und zum Frühjahr hin kann ich es ja nach Lust und Laune weiter ausbauen. Wettkämpfe stehen ja keine an und sind auch nicht geplant. Sollte sich doch spontan eine Teilnahme irgendwo ergeben, dann aber nur angepasst an meinen Fitnesszustand, so dass das ohne gesondertes Training problemlos machbar ist. Dieser Plan fühlt sich für mich gut an, so kann ich immer genau so lang oder kurz, schnell oder langsam laufen, wie ich gerade Lust habe und wenn sich die Lust mal gar nicht einstellen will, kann ich auch durchaus  ohne schlechtes Gewissen faulenzen, das ist eben auch manchmal nötig.

Einziger Wermutstropfen heute bei einem Lauf, von dem ich ansonsten wirklich jede Minute in vollen Zügen genossen habe war, dass ich eine Zeitlang eine Aura hatte. Für diejenigen, die das Glück haben sowas nicht zu kennen: Das ist eine Art Sehstörung (bei mir sieht es aus wie Halbkreise aus durchsichtigen Kristallen, die einfach irgendwo dann mitten in meinem Gesichtsfeld des linken Auges sind), die Teil einer Migräne ist. Tritt aber zeitlich unabhängig von den Kopfschmerzen auf. Zum Glück, denn beim Laufen brauch ich das nun wirklich nicht. Leider ist das aber ein Zeichen, dass ich mich darauf einstellen muss, dass mich auch diese fürchterlichen Kopfschmerzen mit allem drum und dran wohl in nächster Zeit wieder heimsuchen werden. Seit über 3 Jahren war ich jetzt davon verschont, aber so ist das bei mir halt, eine Weile ist Ruhe und dann macht mir das wieder einige Wochen lang Ärger…

Na ja, bis jetzt ist der Kopf nur ein wenig „dullig“, davon werden wir uns jetzt nicht Silvester vermiesen lassen.

Jetzt füge ich noch meine schönsten Fotos von heute an und wünsche Euch allen ein gutes, gesundes, erfolgreiches neues Jahr, das viele tolle und erfreuliche Momente bereithalten soll!

 

 

Kochschulbrötle nach Oma’s Rezept

Weit bin ich mit meinem Vorhaben, meine wichtigsten Plätzchenrezepte hier einzustellen ja nicht gerade gekommen, die Zeit rennt einfach zu schnell dahin.

Kurz vor knapp möchte ich aber nun wenigstens noch schnell unser Familen-Traditionsrezept hier verewigen.

Dieses Rezept stammt aus dem Kochunterricht während der Schulzeit meiner Oma – zumindest soweit ich weiß… fragen kann ich sie nicht mehr.

Aber seit ich denken kann, gibt es diese Plätzchen jedes Jahr in der Weihnachtszeit und auch ich selbst habe diese Tradition gerne übernommen, denn diese sind meine absoluten Lieblinge. Simone mag sie auch sehr gerne und sogar ihre Mutti hat das Rezept schon nachgebacken. Optisch sind sie nicht wirklich der Brüller, sie sehen eher etwas grobschlächtig aus, aber sie sind so wunderbar nussig und mürbe, ich liebe diese Dinger einfach!

Das Rezept ergibt ca. 50-60 Plätzchen, ich backe immer die doppelte Menge.

Der Teig ist super easy, die Zutatenliste mehr als überschaubar:

  • 200 g Butter (weich)
  • 200 g Zucker
  • 200 g Mehl
  • 200 g gemahlene Haselnüsse

Zur Dekoration:

  • 1 Eigelb
  • etwas Milch oder Dosenmilch
  • Rest gemahlene Nüsse oder geraspelte Schokolade

Aus den 4 Teig-Zutaten mit dem Rührgerät (Knethaken) einen Mürbteig kneten. Diesen ca. 1/2 Stunde bis Stunde kalt stellen.

In der Zwischenzeit Eigelb mit Milch verquirlen.

Auf bemehlter Arbeitsfläche mit ebenfalls etwas bemehltem Wellholz den Teig ca. 1/2 cm dick auswellen (der Teig bricht an den Rändern gerne, das ist quasi unvermeidlich weil er halt etwas grob in der Konsistenz ist. Ich drücke ihn einfach mit den Händen wieder etwas zusammen).

Dann Plätzchen ausstechen, bei uns sind sie traditionell rund mit gebogtem Rand. Die Plätzchen auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, mit der Eiermilch dünn bestreichen und in der Mitte mit einer Prise der gemahlenen Nüsse oder mit Schokoraspeln bestreuen.

Gebacken werden die Kochschulbrötle bei ca. 170°C  10-15 Minuten, man muss ein wenig probieren, jeder Backofen ist ja anders und auch die Vorlieben ob die Plätzchen heller oder dunkler sein sollen unterscheiden sich. Mein Papa mag sie zum Beispiel gerne hell, ich persönlich finde sie aber viiieeel leckerer wenn sie etwas dunkler sind.